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comp_Head Green River

Abschied aus Moab bei 18 Grad. Aber irgendwie will uns die Stadt nicht loslassen. Zuerst versuchen wir bei Canyon Voyages noch einen Windbreaker für Dieter zu bekommen, gibt es aber entweder nicht in der gewünschten Farbe bzw. gewünschten Grösse. Dann versuchen wir es in zwei anderen Läden, leider ohne Erfolg. Also fahren wir los auf die 191 Richtung Green River. Kurz hinter der Einfahrt zum Arches fällt mir ein, dass ich die Tüte mit unseren Bananen vermisse. Dieter ist der Meinung, dass er die Tüte nicht gesehen hat. Also bei nächster Möglichkeit gewendet und zurück. Nach ein paar Meilen komme ich auf die Idee, doch nachzuschauen und siehe da, die Bananen liegen friedlich im Kofferraum. Also wieder wenden und jetzt endlich verlassen wir Moab. Nicht ohne das Versprechen wiederzukommen.

Wir erreichen die I 70 und fahren die nördliche Abfahrt von Green River ab. Ziel ist der Cristal Geysir. Wir müssen nicht Richtung Ort, sondern nach Süden über die Interstate und dann nach links. Hier ist der Weg ausgeschildert, es ist eine Dirtroad und die Umgebung könnte in einen Weltuntergangfilm passen. Als wir endlich am Green River ankommen und das Rohr im Boden stecken sehen, sind wir masslos enttäuscht. Trotzdem steigen wir aus und nehmen unsere Kameras mit. Je näher wir kommen, desto interessanter wird es. Die Farben sind unglaublich und es läuft wenig Wasser die Terrassen hinunter. Plötzlich kommt mehr Wasser und wir sehen, dass es um das Rohr herum sprudelt. Allerdings macht uns der Geysir nicht die Freude auszubrechen. Aber wir sind beeindruckt.

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In der Umgebung campen einige Leute, sie haben ATV`s und Motorcross-Maschinen dabei, mit denen sie durch die Gegend heizen. Selbst kleine Kinder fahren damit und sind angezogen wie aus einem Star Wars Film. Irgendwann kommt auch noch der Sheriff. Ich frage ihn, wann der Geysir ausbrechen wird und er meint, ich soll die Leute auf dem Campground fragen. Die wüssten, wann er das letzte Mal gespuckt hätte. Alle 17 ½ Stunden würde er loslegen. Wir fahren zum Campground und erfahren, dass sich der Geysir an diesem Morgen um 6:30 Uhr von seiner besten Seite gezeigt hat. Somit besteht für uns keine Möglichkeit das Naturschauspiel zu sehen, denn um Mitternacht wollen wir nicht durch diese unwirkliche Landschaft fahren.

Anschliessend wollen den Dutchmens Arch besuchen. Laut Fritz Zehrers Beschreibung müssen wir den Exit 129 nehmen – den es aber nicht gibt. Wir fahren bis zum nächten Exit ( ist 116!) und wieder zurück zum 131. Auf gut Glück fahren wir die parallel zur Interstate laufenden Road und siehe da, alles passt. Wir finden den Arch, der in einem wunderbaren Gelb in der Sonne liegt. Die Road ist einigermassen zu fahren, hat aber einige „Menschenfallen“ und staubt ohne Ende.

(Übrigens bekomme ich auf meine Anfrage im Forum von Silke die Antwort, dass die Exits irgendwann mal geändert wurden.)

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Nun geht es zurück nach Green River in unser Super 8. Abfahrt Exit 164, ganz am Anfang des Ortes auf der linken Seite und es sieht recht neu aus. Die Lady an der Rezeption ist sehr nett und gibt uns auf Nachfrage sogar ein Zimmer mit Kühlschrank. Das Zimmer ist bis auf die lose Toilettenbrille okay, nur das Wireless hat den AEG-Effekt. Aus-Ein-Geht-Aus-Ein-Geht. Erst in der Lobby können wir problemlos surfen. Anschliessend wollen wir uns den Ort anschauen. Ort???? So ein totes Kaff haben wir noch nicht gesehen, allerdings gibt es hier mindestens 20 Motels. Wir fragen uns warum? Vor fast allen Motels stehen Fahrzeuge und wie wir später feststellen, ist unser Super 8 ausgebucht. Unglaublich!

Leider ist das erwartete Päckchen von Doris nicht da, hier wird samstags keine Post  ausgeliefert. War uns eigentlich klar, nachdem wir dieses Kaff gesehen haben.

Gefahrene Kilometer: 307
Übernachtung im Super 8 Green River für 60,09 $ pro Nacht

Fotogalerie

comp_Head Crack Canyon

Nach Frühstück und sonntäglichem Telefonat nach Germany machen wir uns bei 16 Grad auf den Weg zum Crack Canyon. Wir haben uns gestern kurzfristig umentschieden und wollen nach Steffens Beschreibung diesen seltsamen Canyon besuchen. Zuerst geht es über die 24 bis zur Temple Mountain Juction, dann Richtung Gobblin Valley. Allerdings vorbei an der Kreuzung noch 2 Meilen weiter bis wir hinter dem Campground nach links abbiegen auf die „Behind the Reefs Road“. Bei Meilenstand 6,2 kommt der Abzweig zum Crack Canyon – genau wie Steffen es beschrieben hat. Wir stellen EAGLE am Trailhead ab, obwohl man hätte noch weiter fahren können. Entlang des Weges campen etwas abseits einige Leute. Langsam nähern wir uns dem Canyoneingang, umgehen die erste Hürde, einen grossen Felsabsatz und staunen dann über die vielen Löcher im Fels. Wie Dieter so schön sagt: hier haben viele Generationen von Steinbeissern gute Arbeit geleistet. Wir klettern über Felsbrocken und stehen plötzlich vor einem scheinbar unüberwindbarem Felsen. Es hängt zwar ein Seil dran, aber irgendwie getrauen wir uns nicht weiter. Als wir noch so dastehen und überlegen, kommt ein Paar, das uns zeigt, dass es gar nicht so schwer ist, den Felsen hinunter zu kommen. Wir wollen uns gerade mutig an die Arbeit machen, da kommen drei junge Leute mit zwei Hunden. Wie wollen die mit den Hunden da weiterkommen? Es handelt sich um zwei grosse und schwere Hunde, die natürlich Angst haben, als sie den Abgrund sehen. Irgendwie schaffen die jungen Leute es aber, die Hunde nach unten zu bringen. Dann sind wir dran und es ist tatsächlich nicht so schwer, sich mit dem Seil nach unten zu hangeln. Zum Glück haben wir uns nicht von dem Hindernis abschrecken lassen und sind somit weitergegangen. Es ist ein ganz toller Canyon, der sich zu einem Slot entwickelt. Wir klettern weiter über Felsen und es macht richtig Spass. Irgendwann treffen wir die jungen Leute mit den Hunden wieder, sie sitzen in der Sonne und machen Pause. Es wird uns aber bald klar, warum sie nicht weitergehen. Ein riesiger Felsen versperrt erneut ein Weiterkommen und hier gibt es keine Hilfsmöglichkeit, auch ist es zu hoch, die Hunde nach unten zu reichen. Wir schauen zu, wie andere sich nach unten hangeln, sogar eine Gruppe mit Kindern in Clocks!! schafft es nach unten. Trotzdem entscheiden wir uns ebenfalls Pause zu machen und anschliessend zurück zu gehen. Wir haben noch ein zweites Ziel an diesem Tag.

Der Rückweg wird zum Abenteuer. Als wir uns den Felsen mit dem Seil hochziehen, steht oben ein junges Mädchen mit einem Hund und jammert und schreit. Man möge ihr doch helfen, sie wisse nicht  was los mit ihr sei, sie würde hier sterben. Ganz offensichtlich stand sie unter Drogen, hatte einen ziemlichen Sonnenbrand und wir hatten keine Idee, wie die bis dahin gekommen war. Die Gruppe mit den Kinder, die nun auch wieder zurück kommt,  kümmerte sich überhaupt nicht um sie und so versuchten wir, sie mit uns zu nehmen aus dem Canyon und bei den Campern um Hilfe zu fragen. Der arme Hunde – Ivy – ist kaum noch in der Lage zu laufen, ich gebe ihr Wasser, aber auch das nimmt sie kaum an. Das Mädchen ist völlig ausser sich, mal hängt sie sich an mich, mal schreit sie, dass ich sie ermorden will. Der Rückweg ist somit für mich gelaufen, ich sehe nichts mehr von der Aussergewöhnlichkeit des Canyons, ich versuche nur Ivy am Laufen zu halten und Rebecca zu veranlassen, dass sie endlich den Mund hält und weitergeht. Wir bringen sie ein Stück weit, aber dann flippt sie völlig aus und schlägt mich. Als Dieter sie anschreit, schmeisst sie sich in den Sand und bleibt einfach liegen. Wir gehen weiter und wollen Hilfe holen, da kommen uns sechs oder sieben junge Männer entgegen. Wir erzählen von dem Mädchen und dem Hund und sie sagen zu, sich um sie zu kümmern. In der Zeit, als wir mit Rebecca „kämpften“, kamen einige Leute, sie sich aber überhaupt nicht darum kümmerten, die nicht fragten, ob wir Hilfe brauchen, ganz im Gegenteil, die einen grossen Bogen machten. Wir fanden das schon bestürzend, sie und der Hund hätten umkommen können. Wir hoffen, dass dieses Abenteuer für Rebecca und Ivy einen guten Ausgang fand. So hat der Crack Canyon auf besonders makabere Weise seinem Namen zur Ehre gereicht.

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Endlich zurück am Auto machen wir uns auf den Weg zum Wedge Overlook. Wir fahren die Temple Mountain Road weiter bis wir die I 70 erreichen. Wir fahren unten durch und weiter die 39 Meilen bis zum Little Grand Canyon. Leider ist es plötzlich sehr dusty, wir können nicht besonders weit sehen und so wird die Fahrt durch den Cottonwood Draw zu einer Fahrt wie durch Nebel. Die Road muss ein Traum sein, vor allem sollte man sie morgens fahren. An der San Rafael River Bridge halten wir kurz an. Ich gehe über die alte Hängebrücke, Dieter fährt über die neue. An den Wandmalereien am Buckhorn Wash fahren wir vorbei, die wollen wir auf der Rückfahrt besichtigen. Obwohl es zwischendurch aussieht, dass sich die Sicht bessert, erreichen wir den Wedge Overlook völlig eingehüllt in Staub. Es ist so schade, denn es sieht hier wirklich wie beim Grand Canyon aus. Auch hier denke ich, dass der Vormittag eine gute Zeit für einen Besuch ist. Irgend wann müssen wir diese Fahrt wiederholen. Auf der Rückfahrt halten wir bei den Pictographen, sie sehen sehr schön aus und man sollte sie wirklich erhalten.

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Gegen 19:00 Uhr erreichen wir Green River, holen uns im Subway einen „Footlong“ und beenden mit Bier und Whisky als Absacker unseren ereignissreichen Tag. Nach dem Überspielen der Bilder und dem Schreiben des Reiseberichts fallen wir müde aber glücklich ins Bett.

 

Gefahrene Kilometer: 300

pfeil back

Fotogalerie

Crack Canyon

Wedge Overlook

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© Copyright  Gabymarie 2003-2009

 

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